Es geht voran!

Liebe/r Interessent/in,

Seit Anfang September haben wir das „Seminar Schloss Bogenhofen“ – eine Internatsschule und Senior College in Oberösterreich, die Ihnen durch unseren Kontakt sicherlich bekannt sein dürfte – verlassen. Ich war dort während der letzten zehn Jahre geschäftsleitend tätig. Nun befinden wir uns in Tansania um privat und mit Hilfe eines gemeinnützigen Vereins ein Waisenheim für ca. 60 Aids-Waisen aufzubauen.

In Deutschland und Österreich wird es inzwischen sicherlich winterlich kalt sein, während in Tansania der Sommer gerade beginnt. Die Durchschnittstemperatur steigt um ca. 2 Grad, was an und für sich nicht viel ist, aber bei den hiesigen Temperaturen von knapp über 30 Grad, doch eine merkliche Veränderung bedeutet. In den Nächten kühlt es nur wenig ab. Insofern tut der frische Wind vom Indischen Ozean – wir liegen ca. 50 km südlich von Dar es Salaam – sehr gut.

Seit unserer Ankunft hat sich Einiges getan. Das im letzten Jahr erstandene Grundstück musste zunächst bewohnbar gemacht werden (Sanitäranlagen, Wasser, Strom, usw...). Anschließend mussten Wege und Straßen für die kleine Regenzeit gesichert werden. Außerdem wurde eine Remise für Fahrzeuge, Baumaschinen und Baumaterialien errichtet.

Und nun, seit vier Wochen, arbeitet ein polnisches Team von zwölf Volontären, die ihren Jahresurlaub dafür einsetzen, um den Rohbau des ersten Heimgebäudes zu errichten. Der Bau geht langsamer voran als wir dachten – was an den schwierigen Bodenverhältnissen liegt. Das Gebäude liegt am Rande eines kleinen Tals mit einem herrlichen Blick in Richtung Sonnenaufgang. Das Streifenfundament musste wegen des unterschiedlichen Niveaus in Stufen gesetzt werden und bevor die eigentliche Bodenplatte gegossen werden konnte, musste das Fundament wieder mit Sand aufgefüllt werden. Alleine das hat mit vielen Schubkarren und fünf fleißigen Tansanischen Helfern über 3 Tage gedauert – mehr Zeit als ursprünglich geplant. Unsere Tansanier sind wirkliche Arbeitswunder! Solch eine Ausdauer bei der Arbeit in der großen Hitze habe ich bisher kaum erlebt. Dazu sind sie immer gut gelaunt und jederzeit für Späße bereit. Vorurteile darf man, was die afrikanische Arbeitsmoral angeht, wirklich nicht haben.

Die Bauvorbereitungen waren nicht ganz so einfach. Es galt den günstigsten Preis für die Baumaterialien zu finden. In einem fremden Land, in dem ein Europäer immer mehr bezahlt als ein Einheimischer, war das kein leichtes Unterfangen. Für die ca. 20 Tonnen Zement hat sich der Verkaufsleiter einer nahe gelegenen Zementfabrik bereit erklärt, uns Großhandelspreise zu geben. Bei anderen Materialien, wie Schotter, Kies und Sand sind wir nach einigen Recherchen zumindest sicher, dass wir handelsübliche Preise und keine Preise für „die reichen Ausländer“ bezahlen.

Abgesehen von Baumaterialien mussten auch Baumaschinen und Werkzeuge angeschafft werden. Afrika wird überschwemmt von billiger Chinesischer Importware. Sie wird teilweise so günstig angeboten, dass das lokal produzierende Gewerbe kaum eine Chance hat zu überleben. Leider ist für die meisten Afrikaner außerdem der Preis für die Kaufentscheidung ausschlaggebend, was wiederum bedeutet, dass die billigste und schlechteste Qualität angeboten wird. Eine wirklich akzeptable Qualität zu annehmbaren Preisen zu finden, ist oft eine große Herausforderung.

Nun zu den wichtigsten Belangen. Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin humanitäre Hilfe zu leisten, sondern auch in der Verantwortung, die wir als Christen für unsere Mitmenschen tragen. Wir glauben, dass Gott uns hilft, wenn wir dazu bereit sind, seinen Auftrag der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe zu erfüllen. Und es ist interessant, wie Gott uns bisher bereits geholfen hat.

Wir mussten dringend Konstruktionsdetails vor Ort abklären. Da uns unser deutscher Architekt in Bezug auf die Statik leider nicht weiterhelfen konnte, drohten sich die Bauarbeiten zu verzögern. Wir hatten ihn nicht darum gebeten, aber John Nyorok – ein namhafter Architekt aus Nairobi/Kenya – war genau zu dem Zeitpunkt da, als wir ihn benötigten und hat zwei Tage seiner kostbaren Zeit für uns geopfert – übrigens ohne etwas dafür zu verlangen. Man könnte sagen „dies war Zufall“, aber Architekten fallen bekanntlich nicht vom Himmel und Architekten, die für zwei Tage Arbeit kein Honorar verlangen umso weniger. Ich bin mir sicher es war Gott, der uns rechtzeitig Hilfe zukommen ließ. Ähnliches passierte auch in finanziellen Belangen – es war immer dann Geld auf dem Spendenkonto, wenn wir es benötigten.

Es gibt noch ein paar Herausforderungen. Zum Beispiel der Baggerlader (der Marke JCB), den wir für die schweren Bauarbeiten aus Deutschland importierten. Er funktionierte auf dem Weg vom Hafen zu unserem Grundstück noch einwandfrei. Nach der Ankunft gab es jedoch Probleme mit dem Rückwärtsgang. Wir befürchten einen größeren Getriebeschaden. Der Bagger wäre in den letzten Tagen sehr hilfreich gewesen und hätte uns eine Menge Zeit erspart. Ihn hier reparieren zu lassen wird eine Herausforderung sein.

Um das Waisenheim in 2016 in Betrieb nehmen zu können, fehlen noch wichtige Details. Unabdingbar ist zum Beispiel der Wasserturm, auf dem wir vier Wasser-Reservoirs von je 10.000 Liter auf einer Höhe von sechs und zehn Metern aufstellen werden. Dieser Turm ist Voraussetzung für die Wasserversorgung des gesamten Grundstücks. Er muss ein Gewicht von mehr als 40 Tonnen tragen. Seine Errichtung wird eine ziemliche Herausforderung sein. Auch die Einfahrt zum Grundstück muss Anfang des Jahres durch ein Tor mit Wärterhäuschen ergänzt werden. Derzeit können Fremde noch unbemerkt auf das Grundstück gelangen – was ein großes Sicherheitsrisiko darstellt. Zum Glück sind die Dorfbewohner aus Puna, dem nahegelegenen kleinen Dorf, wohlwollend und es ist relativ sicher in dieser Gegend. Aber grundsätzliche Vorsichtsmaßnahmen sollte man trotzdem nicht vernachlässigen.

Finanziell ist die Fertigstellung des Kinderhorts fast gesichert. Der Rohbau hat an reinen Materialkosten inkl. der Errichtung der Deckenkonstruktion etwa 17.000 Euro gekostet, wobei die Gesamtkosten des Gebäudes ohne Einrichtung bei ca. 45.000 Euro liegen werden. Das ist für ein ordentlich erstelltes 300 Quadratmeter Gebäude sicherlich nicht viel.

Die Kosten für die Errichtung des Wasserturms und die Gestaltung der Einfahrt sind derzeit noch nicht gedeckt. Da beide Gebäude für den Betrieb des Waisenheims unabdingbar sind, sind wir hierfür auf weitere Spenden angewiesen.

Unser Ziel ist es, in 2016 die ersten 15 bis 20 Waisenkinder aufnehmen zu können. Um dieses Ziel tatsächlich erreichen zu können, möchten wir um Ihre/deine Hilfe ansuchen.

Weihnachten ist immer eine ganz besondere Zeit sich um die Bedürfnisse der eigenen Familie zu kümmern, es ist aber auch eine Zeit an die Menschen zu denken, die am Rande unserer Gesellschaft stehen. Die Waisenkinder Afrikas brauchen Obdach, Nahrung, Kleidung, Aufmerksamkeit, Geborgenheit und Zuneigung sowie eine Berufsausbildung, die es ihnen ermöglicht ihr Leben selber zu gestalten und auf eigenen Beinen zu stehen. Wir hoffen, dass viele dieser Waisen dazu bereit sein werden, von dem was sie durch unser „DUNIA YA HERI – der Erde des Segens“ empfangen werden, in ihrem eigenen Leben an andere bedürftige Menschen weiterzugeben. Sie sollen zu mündigen Bürgern unserer Gesellschaft heranwachsen, die sich in ihrem Leben für andere Menschen einsetzen – dann macht es umso mehr Sinn ihnen jetzt zu helfen.

Es ist uns wichtig zu erwähnen, dass alle Spendenbeträge ohne Abzug von Verwaltungsgebühren ausschließlich für die Errichtung des Waisenheims genutzt werden. Ab 2016 – zu dem Zeitpunkt zu dem wir die ersten Kinder aufnehmen werden – wird es dann auch die Möglichkeit geben, durch regelmäßige Daueraufträge, von z.B. 50 Euro monatlich je Waisenkind, die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder in Form einer Patenschaft zu übernehmen.

Wir möchten uns herzlichst bedanken für Ihre/deine Unterstützung. Uns geht es doch so gut in unserem eigenen Heimatland.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen

Ihr Thomas Küsel

Stellvertretender Vorsitzende
Dunia ya Heri – Erde des Segens

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