Newsletter 12 – 2. Dezember 2016

Liebe Feunde,

Der Kinderhort ist, bis auf ein paar wenige Details, fertiggestellt. Die Außenanlage und die Zufahrt müssen noch gestaltet werden, und für die Dekoration der Kinderzimmer benötigen wir auch noch etwas Zeit.

Heute ist der 2. Dezember. Für Dunia ya Heri ist dies ein ganz besonderer Tag, denn heute wurden die ersten Kinder in unserem Waisenhaus aufgenommen. Damit beginnt sich der Traum zu erfüllen, der vor etwas mehr als zwei Jahren begann, als nämlich der Entschluss gefasst wurde, ein Grundstück zum Zweck der Errichtung eines Waisenheims in Afrika zu erwerben. Nun dürfen wir mit eigenen Augen die ersten Früchte unserer Arbeit sehen. Es hat 14 Monate gedauert, bis auf einem Stück dicht verwachsenem Land ein Heim für die ersten 20 Waisen im Alter von 0 bis 5 Jahren entstanden ist.

8p1140184Bereits am 17. November erhielt DyH (Dunia ya Heri) die notwendige Lizenz für ein Waisenhaus. Seitdem können wir Kinder mit o ziellem richterlichem Beschluss aufnehmen. Am 30. November fand eine Inspektion durch das lokale Jugendamt statt. Scherzhaft erwähnte die zuständige Sozialarbeiterin, dass ihr das Heim so gut gefällt, dass sie am liebsten ihre eigenen Kinder zu uns schicken würde und fügte hinzu, wir bräuchten bestimmt nicht allzu lange zu warten, bis wir Kinder aus Platzmangel nicht mehr aufnehmen könnten. Die Stille und die angenehm ruhige Atmosphäre dieses Ortes beeindruckten sie. Als sich Beate dann auch noch in Russisch mit ihr unterhielt – die Sozialarbeiterin hatte ihre Berufsausbildung in Moskau abgeschlossen – war das Eis vollends gebrochen. Sie würde unser Heim die kommenden Monate mit bedürftigen Kindern überfüllen und „Dunia ya Heri“ würde sicherlich bei den politisch verantwortlichen Personen aus Dar es Salaam reges Interesse wecken.

Natürlich sind wir alle stolz auf das, was entstanden ist. Doch wie oft haben wir in Situationen, die für uns aussichtslos schienen, erlebt, wie immer wieder zur rechten Zeit die richtigen Personen ge- schickt wurden, die uns mit nanziellen Mitteln oder mit Rat und Tat zur Seite standen. Obwohl für die Errichtung des Heims oft erst „in letzter Sekunde“ Mittel zur Verfügung standen, musste nie ein Baustopp eingelegt werden. Dafür sind wir Gott dankbar.

4p1140230

Unsere ersten Kinder

Um die Privatsphäre unserer Kinder zu schützen, möchten wir keine Namen erwähnen. Es ist uns ein großes Anliegen, dass sie in einer geschützten Umgebung auf- wachsen.

Vor etwa einem Jahr sollte in Kawe, einer Region, die etwa 30 km von Dar es Salaam entfernt liegt, ein Staudamm errichtet werden. Die Bewohner jener Häuser, die wegen des Stausees abgerissen werden sollten, wurden aufgefordert, ihre Hütten rechtzeitig zu verlassen. Bevor die Abrisskolonne mit der Arbeit begann, untersuchte man die Häuser, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr dort aufhielt. Bei dieser Kontrolle kam ein eineinhalbjähriger Junge zum Vorschein. Er befand sich gesundheitlich in einem schlechten Zustand und war offensichtlich unterernährt. Interessanterweise lag der „Clinical Report“, die Vorstufe der Geburtsurkunde, bei ihm. Dieser Umstand deutete darauf hin, dass das Kind absichtlich zurückgelassen worden war. Der Name des Kindes und der Eltern geht aus dem Dokument hervor. Zunächst kümmerten sich Nachbarn um 15p1140275den Jungen und informierten dann die Polizei. Zwei Wochen später wurde er in einem katholischen Armenhaus aufgenommen, das von einer Stiftung der Mutter Teresa von Kalkutta unterhalten wird. Hier wurde er ein Jahr lang versorgt, bis die Schwestern sich dazu entschlossen, den Jungen in ein Waisenheim zu geben, in dem er ein langfristiges Zuhause finden würde. Dieses Zuhause ist jetzt Dunia ya Heri. Nun haben wir ganz offiziell die Verantwortung für seine Zukunft übertragen bekommen, denn die Suche nach seinen Eltern blieb bisher ohne Erfolg.
p1140329Obwohl wir natürlich darauf vorbereitet waren, ist es ein außergewöhnliches Gefühl, die Verantwortung für die Entwicklung und Erziehung eines Kindes übertragen zu bekommen. Der zweite Junge ist vier Jahre alt. Er hat keinen Vater mehr, und die Mutter befindet sich in einer äußerst schwierigen gesundheitlichen Lage, in der sie es nicht schafft, für das Kind zu sorgen. Weitere Verwandte stehen für die Betreuung des Jungen nicht zur Verfügung.

Die Erzieherinnen

Heute war auch der erste offzielle Arbeitstag unserer Mamas – wie man Erzieherinnen in Tansania liebevoll nennt. Für diese Aufgabe wurden zunächst drei Personen angestellt: eine Mama für die Tagesschicht, eine für die Nachtschicht und eine weitere als Aushilfe für die freien Tage der beiden Erstgenannten. Ab dem fünften Kind werden weitere drei Mamas benötigt.
12p1140225Serina ist die Tagesmutter. Sie ist uns aus unserer kleinen Ortsgemeinde bekannt. Serina hat zwei Töchter im Alter von 16 und 21. Beide haben uns durch ihre gute Erziehung und ihr musikalisches Talent beeindruckt.
Christina, die andere Mama, ist für die Nachtschicht verantwortlich. Sie wohnt in unserem kleinen Dorf Puna und ist Buchhalterin von Beruf. Sie spricht perfekt Englisch und hatte von Anfang an reges Interesse an unserem Projekt gezeigt. Schon früh hatte sie DyH ihre Hilfe angeboten – egal bei welchen Aufgaben. Christinas Mutter wiederum wird die Vertretung der beiden Mamas übernehmen.
Alle drei Erzieherinnen gewährleisten DyH eine ausgewogene, liebevolle und christliche Erziehung.

Bauliche Projekte

28p1140251Abgesehen von der Aufnahme unserer ersten Waisen ist in den letzten Wochen noch einiges mehr passiert. So konnte damit begonnen werden, das nächste Heimgebäude für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren zu errichten. Ein besonderer Dank gilt einer Familie aus den USA für ihre zweckgebundene Spende. Diese Familie engagiert sich generell für die Waisen Tansanias. Durch ihre Spende konnte das nächste Heimgebäude für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren begonnen werden. Ein Bautrupp, teilweise bestehend aus 23 Personen, aus Polen, der Ukraine und den USA, hat die Rohbauarbeiten im Nov./Dez. dieses Jahres durchgeführt. Wir sind berührt von der Hingabe dieser Menschen, die ihren Urlaub opfern und auch ihre Flugkosten selber tragen, um uns zu helfen. Auf der Galerie unserer Internetseite www.Dunia-ya-Heri.org befinden sich Fotos und Eindrücke der Arbeit dieses Bautrupps.

Der Garten

Image 38

Es ist nach wie vor unser Ziel, die Kinder mit unseren eigenen Erzeugnissen zu ernähren. Unser Garten entwickelt sich weiterhin prächtig. Die riesigen Mangobäume tragen derzeit reichlich Frucht, und jeder Mitarbeiter ist froh, wenn er ein paar Mangos für den eigenen Verzehr einsammeln kann.
Leider ist die Bewässerung während der Trockenzeit (Juni bis November) sehr aufwändig. Zwei Personen sind fast täglich damit beschäftigt, sicherzustellen, dass alle Pflanzen und jungen Obstbäume versorgt sind. Viele unserer ein- bis zweijährigen Obstbäume dürften aber in einigen Jahren die ersten Früchte tragen. Papaya und Bananen tun dies bereits nach einem Jahr. Außer Mangos, Papaya und Bananen haben wir Kokosnuss- und Dattelpalmen, Chirimoya, Guaven, Zitronen, Grapefruit, Mandarinen, Orangen, Jackfruit, Moringa, Limonen, Avocados, Trauben und sogar die Königin der Früchte – ein paar Durian-Bäume. Auch ein kleiner Kräutergarten ist entstanden. Er befindet sich geschützt im Schatten einer der großen Mangobäume. Auch viele Arten von Gemüse und Getreide gedeihen sehr gut. Dazu gehören Tomaten, Gurken, Paprika, Chili, Süßkartoffeln, Karotten, Mais, Sesam, Spinat, Radieschen, Radicchio, Zwiebeln, Irische Kartoffeln, Okra, Zucchini, Lauch, Mangold, Auberginen, Cassava sowie Melonen und Kürbisse: DyH ist wirklich reich gesegnet. Wir versuchen auch, Himbeeren und Erdbeeren zu ziehen, sind aber nicht sicher, ob sie das wärmere Klima langfristig aushalten.

Ein Wasserturm

Derzeit stammt unser Wasser aus einem Brunnen von ca. 70 Metern Tiefe. Von dort werden zwei provisorische Wassertürme mit Hilfe einer 220-Volt-Sumpfpumpe befüllt. Die Höhe von ca. drei Metern sorgt dafür, dass Wasserdruck entsteht. Nur so funktionieren die Duschen, Wasserhähne und Toiletten in den fertiggestellten Gebäuden zumindest halbwegs. Leider benötigen wir zum Betrieb der Pumpe einen Generator, der nicht wenig Benzin verbraucht. Wir möchten dies so bald wie möglich ändern und einen Wasserturm mit insgesamt 40.000 Litern Kapazität bauen. Er soll dann 12 Meter hoch stehen und mit Solarpumpen betrieben werden. Erst dann können wir das gesamte Gelände mit genügend Wasser und ausreichend Wasserdruck versorgen. Unser Ziel ist auch, anschließend ein Tropf-Irrigationssystem zur automatischen Bewässerung des Gartens an zwei Tanks von insgesamt 20.000 Liter Kapazität anzuschließen. Damit würden wir Benzin- und Personalkosten einsparen, die dann für sinnvollere Gartenarbeit genutzt werden könn- ten. Dieser äußerst wichtige Wasserturm, der etwa 15.000 Euro kosten würde, müsste wegen der Höhe und erforderlichen Statik von einer professionellen Baufirma errichtet werden. Wir sind noch nicht sicher, ob wir uns für ein Stahlgerüst oder eine Massivbauweise entscheiden werden. Wir hoffen auch hier, dass wir für die Errichtung des so dringend benötigten Wasserturms entsprechende Unterstützung finden.

Wie geht es weiter?

Für Personalkosten und den generellen Unterhalt der Kinder stehen uns Mittel bis März 2017 zur Verfügung. Es müssen nicht nur die Mamas (bei Kleinkindern sind dies zwei Betreuerinnen für je fünf Kinder, plus notwendige Aushilfskräfte), sondern auch Gartenarbeiter, Sicherheitskräfte, Hausmeister und Personen zum Putzen, Kochen und Waschen beschäftigt werden. Außerdem fallen Kosten für Nahrungsmittel, Drogerie- und Haushaltswaren, für die medizinische Betreuung der Kin- der und den Unterhalt von Fahrzeugen usw. an. Dank Ihrer Hilfe und finanziellen Zuwendung sind wir voller Zuversicht, dass wir uns auch zukünftig für die Weiterentwicklung unseres DyH-Projekts keine Sorgen machen müssen.
In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei allen, die in diesem Jahr wieder mitgeholfen ha- ben, dass unser Waisenheim-Projekt in so kurzer Zeit so weit gekommen ist. Und wir freuen uns über alle, die uns auch in Zukunft mit ihrer Unterstützung ihr Vertrauen schenken. Jede Gabe ist ein Zeichen der Liebe für hil ose Kinder, die durch Sie ein besseres Leben erwarten können.

Sachspenden

Wir werden oft gefragt, wie man uns mit Sachspenden unterstützen kann. In der Nähe des Seminars Schloss Bogenhofen (Österreich) wird derzeit ein 40 Fuß Container aufgestellt, der im kommenden Jahr seine Reise nach Tansania antreten soll. Diesen können wir füllen. Dabei suchen wir besonders Kinderkleidung (Sommerkleidung für Kleinkinder), aber auch Handtücher, Bettzeug, Lätzchen, Sommerschuhe und alles was man für Babys benötigen könnte. Dazu gehören auch Stoffwindeln, Decken, Wickelauflagen, veganes Kindermilchpulver, Plüschtiere und Spielzeug für drinnen und draußen, Dekoration für Kinderzimmer, englischsprachige Kinderlektüre und auch gebrauchte Musikinstrumente.
Was außerdem benötigt wird, sind sämtliche Arten von Baumaschinen und Werkzeug: von Wasserwaagen bis zu Bohrern, Bohrmaschinen und Schwingschleifern. Selbst gebrauchte Schalbretter, gut erhaltene Schubkarren und Baugerüste sind gefragt, denn in Tansania sind diese entweder sehr teuer oder von unzureichender Qualität.

16p1140293

Bautrupp

Ursprünglich war unser Plan, einen Bautrupp für Juni 2017 zu organisieren. Ob dieser Bautrupp zustande kommt, ist noch nicht sicher. Wir haben jedoch die Zusage, dass Anfang November bis Mitte Dezember 2017 wieder ein Bautrupp aus Polen vor Ort sein wird. Jeder, der sich diesen Personen anschließen möchte, ist herzlich willkommen – ob aus Deutschland, Österreich, den USA oder Polen. Er oder sie möge uns gerne per E-Mail unter info@Dunia-ya-Heri.org kontaktieren.

Danke

Als gläubige Christen sind wir Gott dankbar, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, Kindern in Tansania ein Zuhause zu geben und erleben zu dürfen, wie unser Projekt Formen annimmt. Dunia ya Heri – Erde des Segens! Diesen Segen wollen wir weitergeben.

Wir wünschen Ihnen eine frohe Weihnachtszeit. Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen

Ihr
Thomas Küsel (Stellvertretender Vorsitzender Dunia ya Heri)

Ihre
Judith Klier (Vorsitzende Dunia ya Heri)

 

SPENDENKONTO FÜR DAUERAUFTRÄGE ODER EINMALIGE BETRÄGE:
Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen
IBAN: DE 18 7005 4306 0011 3977 59
BIC (Swift Code): BYLADEM1WOR
Kontoinhaber: Dunia ya Heri African Family and Health Care e.V.

Verwendungszweck (falls erwünscht, bitte auf der Überweisung angeben):
• Bauliche Projekte
• Regelmäßige Spende (z.B. monatlich 50 Euro) als Patenschaft für ein Kind

ALLE SPENDEN SIND WEGEN DER ANERKANNTEN GEMEINNÜTZIGKEIT DES VEREINS IN DEUTSCHLAND STEUERLICH ABSETZBAR.
IN KÜRZE WIRD AUCH EIN VEREIN IN ÖSTERREICH GEGRÜNDET SEIN, DER ES ERMÖGLICHT SPENDEN STEUERLICH ABZUSETZEN

Spendenbescheinigungen werden für das abgelaufene Jahr zu Beginn des Folgejahres versandt. Für den Versand einer Spendenbescheinigung bitte unbedingt Adressen und Adressänderungen bekanntgeben.

 

Kommentare sind deaktiviert