Dunia ya Heri – Das Projekt

Ein Traum

»Die Verwirklichung einer Vision setzt eine gesunde Mischung aus Realismus und Träumerei voraus.«

Alexander Beeb

Wir haben unseren Traum »Dunia ya Heri« genannt – »Erde des Segens«. Dieser Name bringt zum Ausdruck, was die Grundlage dieses Projekts sein soll: ein fruchtbringendes Land, das vielen zum Segen wird.

Wie sieht dieser Traum aus? Als wir über die Idee, ein Waisenheim zu planen, nachdachten, wurden uns folgende Dinge wichtig:

Die Erziehung

»Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts.«

Friedrich Wilhelm August Fröbel

Da wir selbst praktizierende Christen sind, erhalten unsere Kinder eine christlich geprägte Erziehung, bei der es zunächst um ihren Charakter geht. Im Mittelpunkt stehen Liebe, Geborgenheit und Selbstbestimmung, aber auch Werte wie Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Redlichkeit. Durch ihr Verhalten sollen die jungen Menschen zu Vorbildern für andere werden.

Dunia ya Heri will sich in die afrikanische Kultur integrieren und lokale Gewohnheiten aufrechterhalten, soweit sie nicht den christlichen Idealen widersprechen. Gleichzeitig sollen auch internationale Standards vermittelt werden, um die Gesellschaftsfähigkeit und Berufschancen der Kinder zu fördern.

Idealerweise werden Kinder bereits als Babys oder Kleinkinder aufgenommen. Wie in einer Familie sollen sie bis zum Abschluss ihrer Berufsausbildung oder ihres Studiums begleitet werden. Sie sollen später selbst in der Lage sein, nachhaltig Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

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Die Erzieher

»Der Anfang aller Erziehung heißt: Zeit haben für das Kind.«

Karl Hesselbach

Bei Gott haben ganz besonders die Kinder eine bevorzugte Stellung, denn er lädt sie ein: »Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret es ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes.« So wollen auch wir unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit in vollem Maß den Kleinen widmen.

Dunia ya Heri wird je eine Erzieherin für ca. fünf Kinder beschäftigen. Die afrikanischen »Mamas«, wie sie liebevoll genannt werden, bringen selbstverständlich die notwendige Erfahrung mit, um eine fürsorgliche, aber auch konsequente Erziehung zu ermöglichen.

Auch Talente und Fähigkeiten wie die musikalische Erziehung, das Erlernen der englischen Sprache, Fertigkeiten, die in Küche und Garten von Nutzen sind, sollen gefördert werden. Weil das Vermitteln dieser Kenntnisse keine formelle Qualifikation erfordert, sollen dafür auch junge Volontäre eingesetzt werden, die bereit sind, in Tansania zu arbeiten.

Die Größe

»Das Schicksal eines Menschen hat auch am kleinen Ort Raum genug zur Größe.«

Werner Bergengruen

Um eine familiäre Atmosphäre zu erhalten, möchte Dunia ya Heri vorerst nicht mehr als ca. 60 Kindern ein Zuhause bieten. Sollten später zusätzliche Plätze benötigt werden, müsste ein weiteres Heim geplant werden.

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Die Unabhängigkeit

»Es ist leicht, in Gemeinschaft zu leben nach den Regeln der anderen. Es ist ebenso leicht, zurückgezogen zu leben nach den eigenen Vorstellungen. Größe aber bezeugt, wer inmitten der Menge freundlich die Unabhängigkeit des Einsamen bewahrt.«

Ralph Waldo Emerson

Die aktuellen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Ereignisse machen deutlich, wie wichtig wirtschaftliche Unabhängigkeit ist. Unser Ziel ist es daher, das Waisenheim in Bezug auf Nahrung, Wasser und Energie autark zu gestalten.

Die geographische Lage in der Nähe des Äquators macht eine Heizung überflüssig. Außerdem schafft die reichlich vorhandene Sonne ideale Voraussetzungen für die Stromerzeugung mit Hilfe von Fotovoltaik-Anlagen. Und die am Meer herrschenden Winde treiben Windräder an.

Durch eigene Brunnen und entsprechende Sickergruben wird das Problem des Brauch- und Abwassers gelöst. Um die wichtigsten Agrarprodukte zu produzieren, reicht schon ein Hektar. Zu den angebauten Lebensmitteln gehören Mais, Süßkartoffeln, Kohl, Tomaten, Gurken sowie tropische Früchte wie Mangos, Maracujas, Avocados und Bananen.

Der Ort

»Wo es einem gutgeht, da ist sein Vaterland.«

Aristophanes

Unter den vielen Ländern, die dringend humanitäre Hilfe benötigen, haben wir Tansania ausgewählt. Obwohl Tansania seit 30 Jahren politisch stabil ist, gehört es zu den ärmsten Ländern dieser Welt. Trotz einiger Entwicklungen, die Mut machen, wird die Zahl der HIV-Infizierten auf ca. 20 Prozent geschätzt. Deshalb gibt es heute etwa eine Million Aids-Waisen. Nur einem Bruchteil dieser Kinder kann durch private oder staatliche Initiativen geholfen werden.

In den letzten Jahren haben internationale Organisationen im Nordosten Tansanias zahlreiche Waisenhäuser erstellt. Dort sind die Temperaturen deutlich niedriger und Malaria stellt keine Gefahr dar. Wir wollten jedoch auch Kindern in anderen Regionen des Landes ein Zuhause bieten.

Ein Land, auf dem später ein Waisenheim entstehen soll, muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. So ist die Wasserversorgung eines der wichtigsten Themen. Des Weiteren sollte das Grundstück groß genug und der Boden fruchtbar sein. Außerdem wäre eine gewisse Schönheit und Ausstrahlung wichtig. Es sollte trotz ländlicher Idylle in der Nähe einer größeren Stadt liegen. Dadurch werden sowohl die medizinische Versorgung der Kinder als auch das Einkaufen von Lebensmitteln sichergestellt. Schließlich sollte das Projekt auch wirtschaftlich vernünftig sein.
Würde sich solch ein Ort finden lassen?

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Der Anfang

»Dimidium est facti coepisse – Die Hälfte der Tat ist, den Anfang gemacht zu haben.«

Decimus Magnus Ausonius

Es ist ermutigend zu erleben, wie Gott segnet. Was kürzlich kaum mehr als ein Traum war, ist im Begriff, Realität zu werden!

Die Entscheidung

»Die teuerste Berufskrankheit ist Entscheidungsangst.«

Hans Böck

Während der umfangreichen Suche nach unserem »Dunia ya Heri« – unserer Erde des Segens – richtete sich unsere Aufmerksamkeit immer mehr auf ein Stück Land, das nicht weit vom »Haus des Friedens« – Dar es Salaam – entfernt ist. Dar es Salaam ist mit 4,4 Millionen Einwohnern die größte Stadt Tansanias. Ihre südliche Ausdehnung wird durch eine Meerenge begrenzt, die nur per Fähre überquert werden kann. Auf der anderen Seite angekommen, taucht unmittelbar nach der Hektik und Unruhe der Großstadt mit all ihren Kolonialgebäuden, Betonburgen, Kirchen und Moscheen eine ländliche Idylle mit Dorfcharakter und bewaldeter Umgebung auf. Das geschäftige Treiben der Stadt – obwohl erst vor wenigen Minuten verlassen – rückt auf einmal in weite Ferne.

Je weiter man auf der Straße nach Süden fährt, desto dünner besiedelt wird die Gegend. Das satte Grün der Wiesen und die riesigen Mango- und Cashewnuss-Bäume sowie zahlreiche Kokospalmen säumen die Straße, die sich an der Meeresküste des Indischen Ozeans entlangschlängelt.

Nach 30 km verlässt man die geteerte Straße, und nach weiteren 20 km erreicht man ein Dorf mit dem indisch klingenden Namen »Yale Yale Puna«. Kurz hinter dem Dorf führt ein kaum zu erkennender Pfad direkt in den Busch. Nach etwa 400 m erreicht man ein paradiesisch schönes Stück Land. Es ist mit altem Baumbestand gesegnet, hat aber auch weite steppenartige Flächen. Manchmal entdeckt man hier sogar Meerkatzen oder Paviane.

Trotz der anfänglichen Begeisterung mussten einige Fragen geklärt werden, allen voran die nach der Verfügbarkeit und Menge von gutem Wasser. Eine Bohrung ergab, dass 3.000 Liter pro Stunde zur Verfügung stehen. Das würde für die sanitären Bedürfnisse aller Waisenkinder und Mitarbeiter, bewässerte Rasen- und Grünflächen und einen Biogarten mit Gemüse und tropischen Obstbäumen ausreichen.

Das Grundstück entspricht aber auch in allen anderen Belangen unseren Vorstellungen:

  • Die Fläche von 4,8 Hektar bietet genügend Platz für sämtliche Gebäude des Waisenheims.
  • Es ist leicht hügelig und dadurch abwechslungsreich.
  • Die Erde ist fruchtbar und für den Anbau von Obstbäumen und Gemüse geeignet.
  • Es hat alten Baumbestand, darunter Palmen sowie Mango-, Cashewnuss- und Affenbrotbäume.
  • Es liegt nur 400 m von einer wenig befahrenen Landstraße entfernt.
  • In unmittelbarer Nähe befindet sich eine öffentliche Schule (Primar- und Sekundarstufe), die anfangs eventuell auch für unsere Kinder genutzt werden könnte.
  • Im nahe gelegenen Dorf Yale Yale Puna befindet sich eine kleine Privatklinik für die medizinische Grundversorgung.
  • Es besteht die Möglichkeit, weitere Grundstücksflächen für den zusätzlichen Anbau von Getreide, Gemüse und Obst zu nutzen.
  • Die Anbindung an das öffentliche Stromnetz soll ab 2015 sichergestellt sein.
  • Durch eine im Sommer 2015 fertiggestellte Brücke, die von Dar es Salaam über die Meerenge führen wird, gewinnt das Grundstück an Attraktivität.

Die Nähe zu Dar es Salaam bietet viele weitere Vorteile. So werden dadurch das Einkaufen und die medizinische Versorgung erleichtert. Jugendliche können zu einer universitären Ausbildung gelangen, ohne vom Waisenheim abgeschnitten zu werden. Darüber hinaus eröffnen sich durch die Nähe zu der immensen sozialen Not, die es in einer Großstadt gibt, auch viele Möglichkeiten zu helfen.
Zuletzt soll noch erwähnt werden, dass der Flughafen von Dar es Salaam zu den wichtigsten Drehkreuzen Ostafrikas gehört.

Wir waren uns einig, dass an diesem Ort unser Waisenhaus entstehen sollte.

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Die ersten Schritte

»Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte.«

König Salomo (Sprüche 16,9)

Nach Abschluss des Kaufvertrags für das Grundstück im Oktober 2014 und einer erfolgreichen Brunnenbohrung konnten wir bereits weitere wichtige Schritte realisieren:

  1. Eine topographische Untersuchung des Grundstücks.
  2. Die Einrichtung einer Homepage.
  3. Der Kauf eines weiteren Grundstücks.
    Dieses wurde im Zuge der langfristigen Planung aufgrund der im Moment noch günstigen Grundstückpreise gekauft. Es soll in Zukunft Platz für eine Primar- und Sekundarschule sowie weitere Berufsschulen und Produktionsstätten bieten. Zudem grenzt es an einen Fluss, der das ganze Jahr über Wasser führt und so zur Bewässerung von Biogärten genutzt werden kann.
  4. Die Errichtung eines Wärterhäuschens mit Unterkünften für das Wachpersonal.
  5. Die Anschaffung eines zweisitzigen kleinen Suzuki Pick-up für die Beschaffung von Baumaterialien.
  6. Um die vielen bürokratischen Angelegenheiten zu erledigen, wurde vor Ort ein Team bewährter Personen mit juristischer, finanzieller und medizinischer Erfahrung gebildet.

Der Aufbau

»Wer sein Leben auf Dienst aufbaut, hat nie umsonst gelebt.«

Emil Oesch

Unser Glaube an Gott hat uns den Mut gegeben, mit diesem Projekt zu beginnen. Wir bitten ihn, dass er unsere Schritte lenkt, denn »wo der Herr nicht das Haus baut, da arbeiten umsonst, die daran bauen.«

Das Projekt wird auch in den kommenden Monaten intensive Arbeit und viele Entscheidungen erfordern, denn wir haben uns das Ziel gesetzt, Anfang 2016 die ersten Kinder aufzunehmen.

Zunächst sind hauptsächlich administrative Dinge, wie die Gründung einer NGO (Non Governmental Organization) und die Aufenthaltsgenehmigung für das deutsche Ehepaar, das ab September 2015 vor Ort sein wird, zu erledigen.  Außerdem müssen diverse Bauplanungen als Vorbereitung für die Errichtung der ersten Gebäude in Angriff genommen werden:

  1. Die Erstellung des Masterplans für das gesamte Gelände sowie architektonische Pläne für die Errichtung der ersten Gebäude.
  2. Ein Detailplan für die Stromversorgung des Geländes – mit Generator, Fotovoltaik, Windrädern und regulären Stromanschlüssen.
  3. Die Planung der Wasserversorgung – mit Wasserturm, Brauchwasserverteilung, Sickergruben und diversen Sonnenkollektoren für Warmwasser.

Ab September 2015 soll dann mit dem Bau der ersten Gebäude begonnen werden.

Damit 2016 tatsächlich die ersten Kinder aufgenommen werden können, sind Gebäude mit einer Investition von ca. 250.000 Euro erforderlich. Dabei liegt die Priorität zunächst bei den folgenden Gebäudekomplexen:

  • Ein Heimgebäude
  • Ein Hort für Babys und Kleinkinder, inkl. Küche und Wäscherei
  • Ein Versammlungsgebäude
  • Ein Generatorhaus mit Büro
  • Der Wasserturm
  • Das Eingangsgebäude

Außerdem werden Geräte und Maschinen sowie Möbel und Einrichtungsgegenstände benötigt. Der Gesamtbedarf dieser Investitionsgüter wird in der Startphase auf ca. 40.000 Euro geschätzt.

Die Betriebskosten für den laufenden Unterhalt des Heimes innerhalb des ersten Jahres werden – ohne Verwaltungskosten – bei ca. 37.000 Euro liegen.

Um anschließend die nächsten Kinder aufnehmen zu können, müssen weitere Gebäude im Wert von ca. 200.000 Euro errichtet werden:

  • Weitere Heimgebäude
  • Eine Küche mit Speisesaal
  • Eine Wäscherei und ein Warenlager
  • Ein Schulgebäude mit einem Klassenzimmer für unsere Vorschulkinder
  • Unterkünfte für Mitarbeiter und Volontäre
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Eine Chance, die Welt zu verbessern

»Was mag uns die Zukunft bringen? Was wir der Zukunft bringen.«

Peter Benary

Es ist nicht leicht, sich wirklich in die Lage derer zu versetzen, die mit so ganz anderen Bedingungen als wir ins Leben starten.

Unser Team setzt sich aus einer kleinen Gruppe von engagierten Freiwilligen zusammen, die  persönliche, berufliche und finanzielle Mittel und Möglichkeiten sowie Zeit und Fähigkeiten einsetzen, um etwas dazu beizutragen, die Not, den Hunger und die Aussichtslosigkeit der Hilflosen und Ärmsten der Armen in dieser Welt zu lindern. Einige von uns werden hingehen, um unter den Menschen Afrikas zu leben. Wir möchten zusammen mit der einheimischen Bevölkerung arbeiten und ihnen eine Chance bieten, in ihrer »Welt« wieder Hoffnung und lebenswertes Leben zu finden.

Viele Organisationen werben wie wir darum, Kindern in der Dritten Welt zu helfen. Wir haben durch unser persönliches Engagement die Möglichkeit, unseren Spendern völlige Transparenz  in alle unsere Aktivitäten zu gewähren. Nachdem wir auf Sie und Ihre Unterstützung angewiesen sind, würden wir uns auch über Ihr Mitgestalten, Ihre Mithilfe und Ihr Mitwirken an der Entstehung und dem Fortschritt unseres Afrikaprojekts freuen, so dass die Geschichte unseres »Dunia ya Heri«   zu Ihrem eigenen, persönlichen Erlebnis und Segen wird.

In diesem Zusammenhang möchten wir besonders auf folgende Punkte hinweisen:

  • Einhundert Prozent der Spenden werden nach Abzug der Bankgebühren dem Waisenheim zugutekommen.
  • Neben Nahrung und Obdach achten wir auf die physische und geistige Entwicklung unserer Kinder.
  • Unsere Kinder erhalten eine geeignete Ausbildung als wichtige Grundlage für ihr zukünftiges Leben.

Helfen Sie uns, dieses umfangreiche und wichtige Waisenhausprojekt umzusetzen?

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»Die wahren Helden einer Geschichte sind nicht die großen Eroberer gewesen, sondern jene, die den Kampf gegen das Unrecht führten.«

Martin Andersen-Nexö